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Kieler Nachrichten vom 20.10.2012


Kieler Nachrichten vom 23.03.12

Mikrokredite im Zwielicht

Experte warnt:
Indische Landbevölkerung gerät immer mehr in die Schuldenfalle

Von Martin Geist

Mikrokredite werden gern als Wunderwaffe der Entwicklungshilfe gepriesen. Doch immer öfter geht der Schuss nach hinten los. Da rauf machte jetzt der Journalist und Indien-Kenner Gerhard Klas aufmerksam, als im Kieler Kulturzentrum Pumpe ,,Die Vergessenen des indischen Wirtschaftswunders" im Fokus standen.

Sehr wenig Geld zu sehr geringen Zinsen zu verleihen, damit verarmte Bauern oder Landarbeiter sich eine neue Existenz aufbauen können: Das ist die im Prinzip alte Idee der Mikrokredite. die von dem Wirtschaftswissenschaftler Muhammad Yunus für rückständige Regionen wiederbelebt wurde und ihm 2006 den Friedensnobelpreis einbrachte, In seinem neuen Buch ,,Die Mikrofinanz-Industrie" trägt Gerhard Klas jedoch Belege dafür vor, dass das proklamierte .,Grundrecht auf Kredit" formen angenommen hat, die mit der ursprünglichen pragmatisch-humanitären Vorstellung von Entwicklungshilfe nicht mehr viel zu tun haben.

95 Prozent der Kredite werden nach seinen Angaben nicht mehr von gemeinnützig orientierten Genossenschaften vergeben, sondern von ganz normalen Banken. Kein Wunder. denn aktuell steht das Landvolk in der DrittenWelt mit schätzungsweise 80 Milliarden Euro in der Kreide. Die Deutsche Bank schätzt das Potenzial dieser gewöhnlich 1000 Euro nicht übersteigenden Kredite sogar auf 250 Milliarden Euro. Es locken also gute Geschäfte, zumal laut Klas die Zinsen mit happigen Durchschnittssätzen von 35 Prozent zu Buche schlagen und die Ratenzahlungen wöchentlich fällig werden. Soziale Kriterien und entwicklungspolitische Ziele spielen nach den Worten des Kölner Autoren meist ,,überhaupt keine Bolle mehr". Im Gegenteil würden säumige Schuldner mit ,,sehr rüden Methoden" bedrängt und immer wieder sogar in den Suizid getrieben. Dass das Problem Flächendeckende Dimensionen angenommen hat, verdeutlichte Klas am Beispiel Bangladesch. wo 30 Millionen Kreditverträge vergeben sind.

Bei 150 Millionen Einwohnern sei praktisch jede Familie mindestens einer Bank gegenüber in der Pflicht, oft genug könnten die Raten nur durch Verkauf der eigentlich zur Ernährung der eigenen Kinder nötigen Ernte oder durch den Verkauf von Land bezahlt werden.

Prof. Karl-Julius Reubke, ,Vorsitzender des deutschen Unterstützervereins ,,Freunde von Ekta Parishad". berichtete bei diesem von der Deutsch-Indischen Gesellschalt und dem Bündnis, .Eine Welt Schleswig-Holstein' organisierten Abend von bemerkenswerten Aktionen des Widerstands gegen solche Zustände. Die Landrechtsbewegung ,,Ekta Parishad" habe sich zu einer bäuerlichen Massenbewegung entwickelt und verbuche auf lokaler Ebene beachtliche Erfolge. Bereits 2007 marschierten mehr als25 000 landlose Bauern nach Delhi, um sich gegen die Vertreibung von ihrem Boden zu wehren. Für Oktober' dieses Jahres ist ein "Marsch für Gerechtigkeit" mit mindestens 100 000 nach dem Vorbild Gandhis gewaltlos wandernden Demonstranten geplant.

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Beitrag aus der FAZ
Samstag den 15.12.2011


Beitrag aus Kieler Nachrichten
Samstag den 16.01.2010


Beitrag aus Kieler Nachrichten
Freitag den 16.10.2009


Kooperation zwischen DIG Kiel und der Kieler Universität CAU
– aktueller Stand und Hintergrund –
Beitrag für das Mitteilungsblatt 2009 der DIG Bundeszentrale

Seit mehr als einem Jahr hat die DIG Kiel erfolgreich begonnen, ihre Gesellschaft mit 40 Mitgliedern (gegründet 1963) intern und öffentlich wieder spürbarer zu präsentieren. Priorität hatten dabei neben verschiedenen Veranstaltungen, der Umstellung der Verwaltungsarbeiten auf eine systematische EDV-Erfassung und Pflege der Mitglieder- und Interessentendaten, praktizierter Teamorientierung in der Vorstandsarbeit (5 Mitglieder) und Gewinnung von freiwilligen aktiven “ Mitarbeitern” von außerhalb insbesondere der Aufbau von weiteren Kooperationsstrukturen. Zu letzterem gehört u.a. die Intensivierung des Kontakts zur Christian-Albrechts-Universität vor Ort, aus dem sich wesentliche Impulse ergaben. Dort existiert seit vielen Jahren ein “Indian Students Forum of Kiel – KielIndians”, welches sich für die Belange indischer Studierender einsetzt. Aus dem Vorstand dieses Forums haben wir zwei Vertreter sogar für den jetzigen DIG-Vorstand gewinnen können. Außerdem ist der Ehemalige Ausländerreferent des AStA ein indischer Student und zurzeit der 2.Vorsitzende. Zusätzlich hat er den DAAD-Preis des Jahr 2008 erhalten. Diese Verbindung ermöglicht eine fruchtbare Zusammenarbeit zum Beispiel in der gemeinsamen Durchführung von zwei DIWALI-Festen für die Öffentlichkeit in der Universität selbst, die dritte Feier steht in diesem Jahr bevor. Ein Hindi-Workshop konnte mit einer CAU-Dozentin einerseits in der VHS durchgeführt werden, andererseits konnten wir Interessenten für ihren Hindi-Unterricht an der CAU werben. Um hier einen Interessengleichklang zwischen Öffentlichkeit und Universität herzustellen, wollen wir darüber hinaus nun verstärkt auch Professoren mit Indienbezug aus der Indologie und anderen Fakultäten im weitesten Sinne als Unterstützer, Schirmherren o.ä. gewinnen, aber auch die zahlreicher werdenden Gastwissenschaftler aus Indien (vor allem Medizin) als Mitglieder oder Gäste über die CAU-Einrichtungen wie z.B. des "International Café" ansprechen. Interessante Kontakte ergaben sich zum Beispiel aus der Einladung der DIG Kiel zu einem “Indien-Abend” der Kieler Alexander-von Humboldt-Stiftung” mit indischen Stipendiaten an der CAU. Ein Große Vorteil, die Universität selbst als Veranstaltungsort zu nutzen, ergibt sich aus der beobachtbaren Tatsache, dass die Öffentlichkeit hier keine Berührungsängste zeigt, im Gegenteil, die kulturelle Attraktivität über die studentischen Grenzen hinaus ist seit der Öffnung des Campus durch Ringvorlesungen (auch mit Indienbezug) und der “Kinderuni” enorm gestiegen.
Juli 2009
Vorstand der Deutsch-Indische-Gesellschaft-Kiel